Sternstunde der Mörder (Mini-Serie) – Ein Serienmord in düsterer Endzeitstimmung

📅

📝

Promotionsbild der deutschen Krimiserie «Sternstunde der Mörder». Vier Personen in 1940er-Jahre-Kleidung stehen nebeneinander: drei Männer in dunklen Anzügen und Hüten sowie eine blonde Frau in elegantem Kleid mit Perlenkette. Dunkle, atmosphärische Beleuchtung im Hintergrund.
4 von 5 Sternen

ARD (ausserhalb D mit VPN) (1 Staffel, 4 Episoden à 45 Min.)

Ein Mörder, Nazis und ein paar Unentwegte, die in den finsteren Stunden des Dritten Reichs einen letzten Funken Menschlichkeit bewahren wollen – das erinnert an «Babylon Berlin».

Nicht ganz auf der Höhe von «Babylon Berlin»

Atmosphärisch ähnelt «Sternstunde der Mörder» den jüngsten Staffeln des ARD-Erfolgs. Aber die Serie, die auf dem gleichnamigen Roman von Pavel Kohout basiert, erreicht nicht ganz die Höhen von «Babylon Berlin». Es fehlt vor allem an Zeit und am Willen, den Figuren echte Tiefe und Komplexität zu verleihen.

Ein Mann in grauem Anzug und Hut steht vor einem beschädigten Gebäude. Im Hintergrund sind mehrere Soldaten in grünen Uniformen und Helmen mit Gewehren zu sehen. Die Szene wirkt wie aus einem historischen Drama über den Zweiten Weltkrieg.
Jonas Nay wurde bekannt als DDR-Grenzsoldat in der «Deutschland»-Trilogie, die in den 80er-Jahren handelt. Jetzt spielt er wieder in einer historischen Serie, diesmal einen tschechischen Polizisten. © ARD

Manchmal verfällt die Serie auch in Stereotype. Wie bei Standartenführer Meckerle (Devid Striesow), der nach jedem zweiten Satz sofort wütend zu brüllen beginnt, wie Nazis das halt so tun. Wobei man ihm zugutehalten muss, dass es um seine Zukunft und die des Reiches nicht zum Besten steht.

Prag ist im Frühling 1945 zwar noch von der Wehrmacht besetzt. Aber es ist nur eine Frage von Wochen, bis die Rote Armee die Stadt erobern wird.

Der tschechische Polizist und sein deutscher Aufpasser

Das weiss auch der tschechische Ermittler Jan Morava (Jonas Nay). Vorerst hält er sich noch an die Regeln der Besatzer, etwa dass im Dienst Deutsch gesprochen werden muss, auch unter Tschechen.

Als eine deutsche Offizierswitwe umgebracht wird, übernimmt er unter der Leitung von Kommissar Beran (Karel Dobrý) den Fall. Allerdings wird den beiden ein Aufpasser zur Seite gestellt: der Gestapo-Beamte Erwin Buback (Nicholas Ofczarek).

Ein Mann in dunklem Mantel und Hut steht im Vordergrund eines holzgetäfelten Büros. Im Hintergrund ein Offizier in grüner Uniform vor zwei roten Fahnen mit weissen Kreisen und schwarzen Symbolen. Die Szene wirkt wie aus einem historischen Drama der 1940er-Jahre.
Der Gestapo-Mann Erwin Buback (Nicholas Ofczarek) wird von Standartenführer Meckerle (Devid Striesow) mit einem Spezialauftrag als Aufpasser zu den Ermittlungen geschickt. © ARD

Es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Weitere Frauen fallen dem Serienmörder zum Opfer, der eine eindeutige Visitenkarte hinterlässt. Er entnimmt seinen Opfern das Herz, was offenbar mit religiösem Wahn zusammenhängt.

Die Frage nach Schuld und Sühne

Die Jagd nach dem Serienmörder tritt aber in den Hintergrund, je näher die Russen nach Prag vorrücken. Im Hauptquartier der tschechischen Polizei wird der Widerstand gegen die Deutschen organisiert. Am 5. Mai beginnt der Aufstand der Widerstandskämpfer. Im folgenden Chaos versuchen sich der Serienmörder und auch deutsche Besatzer in Sicherheit zu bringen.

Unter ihnen auch der Gestapo-Mann Buback, der vor allem seine Geliebte Marleen Baumann (Jeanette Hain) retten will. Wie die beiden zerstörten Seelen zueinander finden und auf den drohenden Untergang blicken, gehört zu den stärksten Momenten der Serie.

Zwei Personen in einer intimen, romantischen Pose mit den Stirnen aneinander. Die Frau trägt blonde Locken und ein helles Oberteil, der Mann einen dunklen Anzug mit Krawatte. Die Szene wirkt emotional und dramatisch.
Liebe ohne Hoffnung: Marleen (Jeanette Hain) und Erwin haben im Krieg ihre Familien verloren. Aber sie wissen, dass sie nicht die Opfer sind. © ARD

Im Gegensatz zu den schlimmsten Tätern wie Meckerle, die nur ihre Haut retten wollen, beschäftigen sie sich mit der Frage nach Schuld und Sühne. Ihnen ist klar, dass am Ende nur ein Urteil gefällt werden kann. Doch das erschreckt sie nicht. Denn, so sagt Marleen: «Wir sind ja schon tot».

Wie viele Sterne gibst du «Sternstunde der Mörder»?
0 Stimmen

Besetzung: Jonas Nay | Nicholas Ofczarek | Jeanette Hain | Devid Striesow | Karel Dobrý | Gerhard Liebmann | Diana Dulinková | Lucia Maria Lukackova
Genre: Krimi | Historie | Drama
D, 2026

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung