Daredevil: Born Again (Staffel 2) – Der Machtkampf eskaliert

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Poster der Marvel-TV-Serie «Daredevil: Born Again». Eine maskierte Figur in dunklem Kostüm steht im dramatischen roten Regen. Der Titel «DAREDEVIL» prangt in grossen roten Lettern am unteren Bildrand, darüber das Marvel Television-Logo.
5 von 5 Sternen

Disney+ (2 Staffeln, 17 Episoden à 50 Min.)

In einem Punkt lag ich falsch bei der Besprechung der ersten Staffel. Ich schrieb, dass Wilson Fisk (Vincent D’Onofrio) als korrupter und narzisstischer New Yorker Bürgermeister an den Clown im Weissen Haus erinnert.

«Daredevil» (2015 – 2018)
Serienposter mit Schriftzug. Ein Mann auf einer Strasse in einer Grossstadt bei Nacht. Er trägt eine Sonnenbrille und hält einen Blindenstock in der Hand.

Ein paar Jahre bevor uns die Marvel Studios mit Serien überschwemmten, waren fünf Marvel-Held:innen bei Netflix zu sehen. Luke Cage und The Punisher waren ganz ok, Iron Fist ziemlich mies. Aber Jessica Jones und vor allem Daredevil boten beste Unterhaltung.

Blinder Held mit Wollmütze

Charlie Cox brilliert als Matt Murdock/Daredevil, ein blinder Anwalt, der nachts durch die Strassen von Hell’s Kitchen streift, um Verbrechen zu bekämpfen. Die fehlende Sehkraft machen seine übrigen geschärften Sinne mehr als wett.

Allerdings ist er nicht unverwundbar. Matt kassiert öfters blaue Flecken und gebrochene Rippen. Zu Beginn ist auch seine Superheldenverkleidung ziemlich lächerlich. Er trägt eine schwarze Wollmütze, die er übers Gesicht gezogen hat, und einen dunklen Pullover.

Gegenspieler und Helfer:innen

Daredevils grosser Gegenspieler ist Wilson Fisk, den Vincent D’Onofrio herrlich affektiert spielt. Unterstützend steht Matt Karen Page (Deborah Ann Woll) zur Seite, die zur wichtigen Helferin bei seinen Ermittlungen als Anwalt wird. Dazu gesellt sich Foggy Nelson (Eldon Henson), sein Partner im Anwaltsbüro, der für die komischen Aspekte der Serie zuständig ist.

Nachdem Netflix die Rechte an den Marvel-Figuren verloren hatte, kämpften die Fans von Daredevil dafür, dass die Marvel Studios ihren Helden wiederauferstehen lassen. Tatsächlich bekam Matt Murdock/Daredevil kurze Auftritte in «Spider-Man: No Way Home», «She Hulk» und «Echo». Mit «Daredevil: Born Again» kehrte er 2025 mit einer eigenen Serie ins MCU zurück.

Doch Fisks brutale Privatarmee AVTF (Anti-Vigilante Task Force), die auf ihrer Jagd nach Vigilantes jenseits aller Gesetze agiert und unschuldige Bürger:innen misshandelt, einkerkert und tötet, passe nicht in diesen Vergleich. Hier hat die Realität die Fiktion eingeholt.

Denn die Bilder, die «Daredevil» zeigt, haben wir inzwischen in der Tagesschau gesehen, als ICE-Beamte in Minneapolis Renée Good und Alex Pretti erschossen.

Ein grosser, kahlköpfiger Mann in weissem Anzug steht nachts zwischen zwei anderen Personen vor einer Stadtkulisse mit erleuchteten Wolkenkratzern. Die Szene wirkt dramatisch und spannungsgeladen.
Wilson Fisk (Vincent D’Onofrio) will mit seiner brutalen Task Force und seinen ergebenen Helfer:innen die absolute Macht über New York. © Marvel/Disney+
Daredevil will Fisk vor aller Augen entlarven

Fisk bleibt dennoch der brillantere Bösewicht. Er ist eben nicht nur eitel, sondern im Gegensatz zu Trump auch intelligent. Und er setzt seine Macht mit furchterregender Brutalität um. Diesem Treiben wollen Daredevil/Matt Murdock (Charlie Cox) und seine Freundin Karen Page (Deborah Ann Woll), mit der er mittlerweile auch eine romantische Beziehung hat, ein Ende setzen.

Sie wollen den New Yorker:innen beweisen, dass Fisk seinen Freihafen für illegale Waffengeschäfte nutzt. Als Daredevil ein Schiff entert und Waffen findet, versenkt der Kapitän es im Hudson. Es sinkt allerdings nicht ganz und sorgt für grossen medialen Rummel. Das kommt Fisk sehr ungelegen.

Er schickt Bergungstruppen, die für die Kameras Windeln und Ähnliches an Land schaffen. Nachts werden aber heimlich die Waffen von Bord geschafft. Fisk fordert vom AVTF-Befehlshaber, die Suche nach Daredevil und Karen zu verstärken. Er will endlich freie Bahn, um sein korruptes Regime zu etablieren.

Eine blonde Frau und ein Mann in dunkler Kleidung stehen sich in einem schwach beleuchteten Raum gegenüber. Sie hält ihre Hände an sein Gesicht, während warmes Licht durch ein Fenster im Hintergrund scheint. Die Szene wirkt intim und emotional aufgeladen.
Karen (Deborah Ann Woll) und Daredevil (Charlie Cox) wollen Fisk zur Strecke bringen. Über das Wie sind sie sich aber nicht immer einig. © Marvel/Disney+
Widerstand und Protest nimmt zu

Das immer brutalere Vorgehen der AVTF führt zum Stimmungswandel in der Bevölkerung. Die Proteste gegen Fisk weiten sich aus, der Widerstand wird stärker. Es kommt zum grossen Showdown.

Der Weg dahin ist gespickt mit Geschichten um vertraute Gesichter aus der ersten Staffel. Matts Anwaltskollegin Kirstin McDuffie (Nikki M. James) verteidigt einen Geschäftsmann, der bei Fisk in Ungnade gefallen ist, und jetzt als Vigilante vor Gericht gestellt wird.

Heather Glenn (Margarita Levieva), kurzzeitig Matts Freundin und jetzt Fisk-Unterstützerin, liefert dafür ein frisiertes psychologisches Gutachten. Der Prozess wird zur Farce.

Ein Mann in schwarzer Lederkleidung mit Blut im Gesicht wird von einer maskierten Figur in rot-schwarzem Kostüm mit Hörnern am Hals gepackt. Die düstere Szene spielt vor einer rauen Steinwand und zeigt eine intensive Konfrontation zwischen den beiden Charakteren.
«Bullseye» (Wilson Bethel) wird zum gefährlichen Verbündeten. © Marvel/Disney+
Eine alte Bekannte macht ihre Aufwartung

Ebenso kreuzen sich wieder die Wege von Daredevil und Ben «Bullseye» Pointdexter (Wilson Bethel). Der hat mittlerweile die Seiten gewechselt und will jetzt Fisk töten. Daredevil versucht ihn davon abzubringen, um zu verhindern, dass Fisk zum Märtyrer wird.

War es in der letzten Staffel Frank «The Punisher» Castle (Jon Bernthal), der aus dem alten «Defenders»-Team mitwirkte, taucht jetzt Jessica Jones (Krysten Ritter) auf. Sie will sich zwar nicht in den Kampf ziehen lassen, um ihre Tochter zu schützen. Aber letztlich erkennt auch sie, dass es nur einen Weg gibt, in Frieden zu leben: Fisk muss weg.

Ein Mann in schwarzer Maske und rot-schwarzer Kleidung steht einer Frau mit langen dunklen Haaren und schwarzer Lederjacke gegenüber. Sie befinden sich auf einem Dach oder einer Terrasse mit Metallgeländer.
Jessica Jones (Krysten Ritter) greift eher widerwillig in den Kampf ein. © Marvel/Disney+
Befriedigender Schluss, aber noch lange nicht das Ende

Ich bin weiterhin begeistert vom Kontrahenten-Duo Daredevil und Fisk. «Daredevil: Born Again» gehört zum Besten, was Marvel momentan zu bieten hat. Die Serie schafft es sogar, einen befriedigenden Schluss zu finden.

Gleichzeitig ist aber klar, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Wie sie weitergeht, darüber wird bereits heftig spekuliert. Klar ist aber, dass zwei weitere «Defender» zurückkehren: Auf Luke Cage (Mike Colter) kann man sich sicher freuen. Ob Iron Fist (Finn Jones) eine Bereicherung sein wird, bleibt abzuwarten.

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Besetzung: Charlie Cox | Vincent D’Onofrio | Deborah Ann Woll | Ayelet Zurer | Arty Froushan | Michael Gandolfini | Zabryna Guevara | Clark Johnson | Margarita Levieva | Hamish Allan-Headley | Nikki M. James | Wilson Bethel | Camila Rodriguez | Eldon Henson
Serie entwickelt von: Matt Corman | Chris Ord
Genre: Thriller | Superhelden | Action
USA, 2026

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