

Prime Video (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)
Judith Butler (Hannah Waddingham) ist nicht zum Vergnügen in den österreichischen Alpen. Sie hat einen Auftrag: Einen Mann namens Oleg zu töten. Doch statt ihn wie befohlen mit dem Scharfschützengewehr aus der Distanz zu erledigen, mischt sie sich unter die Après-Ski-Gäste und ersticht ihn mit einem Messer.
Sie entkommt Olegs Bodyguards bei einer wilden Verfolgungsjagd auf Skiern und gönnt sich zur Feier des Tages eine Nacht mit einem Barkeeper, den sie aufgabelt.

James Bond trifft auf «Thelma & Louise»
Nicht zufällig erinnert der Auftakt von «Ride or Die» an einen James-Bond-Film. Die Verfolgungsjagd auf Skiern in «The Spy Who Loved Me» (1977 mit Roger Moore) gehört zu den ikonischsten Eröffnungssequenzen der Bond-Reihe.
An deren Schluss springt Bond über eine Felsklippe, im freien Fall öffnet sich sein Fallschirm. Im Kino in London, wo ich den Film sah, jubelte und applaudierte das Publikum bei dieser Szene. Denn der Fallschirm entfaltet sich zur britischen Flagge.
Hannah Waddingham zeigt in «Ride or Die» von Beginn an, dass sie Action kann. Sie wäre ein hervorragender James Bond. Sie kann aber auch «BFF»-Drama. Das beweist sie gemeinsam mit Octavia Spencer in einer Hommage an die unvergessliche Schlussszene von «Thelma & Louise».

Beste Freundin mit grossem Geheimnis
Judith und Debbie (Octavia Spencer) sind seit 20 Jahren beste Freundinnen. Debbie ahnt nicht, dass Judith als Auftragskillerin in den Diensten einer privaten Geheimorganisation steht. Das ändert sich erst, als Debbies Ehemann David (Jamie Parker), ein erfolgreicher Politiker auf dem Weg in die Downing Street 10, einen albanischen Mafiaboss über den Tisch zieht.
Debbie gerät ebenfalls ins Visier der Albaner. Judith muss ihre Tarnung aufgeben, um Debbie zu retten. Die Freundschaft der beiden wird dadurch erheblich erschüttert. Aber sie müssen zusammenhalten, um die Spur des Geldes zu verfolgen, die sie auf einen Roadtrip durch halb Europa führt.

Dabei steht nicht nur Debbie im Kreuzfeuer von Verbrechern. Auch Judith wird verfolgt. Die tödliche Gefahr, die ihr droht, hängt mit ihrer Vergangenheit zusammen, als eine Mission fatal schieflief.
Waddingham/Spencer – ein Superduo
«Ride or Die» bereitet grossen Spass. Das liegt vor allem an der besonderen Dynamik, die zwischen Waddingham und Spencer spielt. Doch auch ein mimisch unterkühlter Bill Nighy als Chef der Geheimorganisation trägt dazu bei.
Wer jüngere Identifikationsfiguren sucht, findet sie in Judiths dauergestresstem Agentenführer Sam (Calam Lynch) und in Queenie (Savannah Steyn), die mit ihrer Mutter einen Schuhladen betreibt, der in Tat und Wahrheit Agent:innen mit allerlei Gadgets versorgt, wie sie James Bond bei Q bezieht.

Buddy-Action funktioniert perfekt mit Frauen
Sie alle stehen aber im Schatten des herausragenden Duos Waddingham/Spencer. Sie liefern uns die Erkenntnis: humorvolle Buddy-Action funktioniert perfekt mit Frauen. Besonders, wenn es sich um W.O.A.C.A. handelt. So wird Judith einmal despektierlich bezeichnet: als «woman of a certain age».
Von diesen beiden Frauen «im gewissen Alter» sehen wir gerne mehr. Der Schluss macht Hoffnung auf eine zweite Staffel. Wer nicht so lange warten mag, kann zumindest Hannah Waddingham schon vorher sehen. Anfang August startet die vierte Staffel «Ted Lasso», in der sie auch wieder mit von der Partie sein wird.
Besetzung: Octavia Spencer | Hannah Waddingham | Ed Skrein | Calam Lynch | Savannah Steyn | Sylvia Hoeks | Bill Nighy | Cathy Tyson | Jacky Ido | Camille Chamoux | Lazar Dragojevic | Liviu Cheloui
Serie entwickelt von: Tessa Coates
Genre: Action | Komödie | Abenteuer
USA, 2026











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