Blodsoffer

Staffel 1, Netflix
3 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Netflix-Serienposter «Blodsoffer»: Zwei Männer stehen vor einer nächtlichen Stadtkulisse. Der jüngere trägt eine braune Lederjacke, der ältere einen roten Mantel und einen grauen Bart.

«Nordic noir» ist eigentlich ein sicherer Wert für Krimi-Fans. «Blodsoffer» zeigt, dass es auch in diesem Genre schwächere Serien gibt.

Das erstaunt umso mehr, als George Kay dafür verantwortlich zeichnet, auf dessen Konto Serien wie «Hijack», «Lupin» oder die «Criminal»-Anthologie gehen.

In Sachen schauriger Morde hält «Blodsoffer» jedoch mit. Ein Polizist und seine Kollegin werden zu einem Notruf beordert. Sie geraten in einen Hinterhalt und werden ermordet. Grausiges Detail: Den Opfern wurde der Kopf abgetrennt.

24 Stunden später werden zwei weitere Polizisten nach demselben Muster ermordet. Jetzt ist klar: Hier ist ein Serienmörder am Werk, der es auf Polizist:innen abgesehen hat.

Der überforderte Kommissar Thomas Berg holt sich Hilfe bei seinem entfremdeten Vater Alfred. Der ehemalige Polizist wurde unehrenhaft entlassen. Trotz der Reibungen kommen sie bei den Ermittlungen voran. Doch der Fall nimmt einige Wendungen.

Diese sind kaum überraschend. Vieles in «Blodsoffer» ist vorhersehbar. Der grösste Mangel sind die vielen Ungereimtheiten in der Handlung. Wie doof ist ein Serienmörder, der immer um dieselbe Zeit nach demselben Muster tötet? Die Polizei hätte ein leichtes Spiel, sich darauf vorzubereiten. Nur vermasselt sie das natürlich, sonst wäre die Serie schon nach zwei Episoden zu Ende.

Als Krimi-Fan kann man sich «Blodsoffer» zwar antun, aber beste Unterhaltung bietet die Serie nicht. Dafür ist sie zu generisch und arbeitet nur allzu bekannte Genrebausteine ab.

Lucky

Staffel 1, Apple TV
3 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Lucky» mit Anya Taylor-Joy. Ihr Gesicht ist in rotes Licht getaucht. Im Hintergrund eine Wüstenlandschaft mit einem brennenden Auto.

Lucky und ihr Mann Cary haben den grossen Coup gelandet. In ihrem Hotelzimmer in Las Vegas liegt eine Tasche mit zehn Millionen Dollar. Das Geld haben sie allerdings nicht im Casino gewonnen, sondern geklaut.

Eine Nacht lang feiern sie ausgelassen ihren Reichtum, bevor sie am Morgen auf Nimmerwiedersehen verschwinden wollen. Doch als Lucky aufwacht, sind Cary und das Geld weg.

Für Wut oder Trauer bleibt ihr keine Zeit. Das FBI unter der Leitung von Agentin Billie Rand stürmt bereits das Hotel. Lucky gelingt eine waghalsige Flucht, nur um kurz darauf in die Fänge der Gangster zu geraten, denen sie das Geld geklaut hat. Die Anführerin der Bande? Ihre Schwiegermutter Priscilla.

Erneut gelingt Lucky die Flucht, diesmal mit brutaleren Methoden. Sie entkommt blutverschmiert, ein Anblick, an den wir uns gewöhnen müssen. «Lucky» geizt nicht mit Action: Schlägereien, Schiessereien, turbulente Verfolgungsjagden.

Dazu kommt Luckys komplizierte Beziehung zu ihrem Vater John. Er war sein Leben lang ein «con man», kein «con artist», wie er selbst zugibt. Dafür fehlt ihm die Cleverness. Von klein auf spannte er Lucky in seine Betrügereien ein. Eine andere Ausbildung hat sie nie bekommen.

Jetzt sitzt John im Gefängnis, nachdem Lucky ihn und Priscilla ans FBI verraten hat. Da sind also einige Rechnungen offen. Doch obwohl die Serie nur sieben Episoden umfasst, zieht sich die Handlung in die Länge und wiederholt sich oft. Immerhin unterhält das Finale wieder gut mit Action und einem cleveren Twist.

Recalé

Staffel 1, Netflix
3 von 5 Sternen
**Alt-Text:**Serienplakat «Recalé» auf Netflix: Drei Personen vor Schulspinden – eine Frau links, ein lächelnder Mann mit Rucksack in der Mitte, eine Frau rechts. Untertitel: «Une série créée par François Uzan».

François Uzan, Autor und Regisseur von «Recalé», hat mit der Politkomödie «En place» und als Drehbuchautor von «Lupin» bereits bewiesen, dass er Serien mit ungewöhnlichen Helden und überraschenden Wendungen schreiben kann.

Diesmal dreht sich alles um einen mathematisch begabten Trickbetrüger. Die Polizistin Lucie stellt Eddy vor die Wahl: sieben Jahre Gefängnis oder drei Wochen als Lehrer undercover an einem Gymnasium.

Er soll herausfinden, wer unter den Schüler:innen der Sohn oder die Tochter eines russischen Mafioso ist. Für Eddy eine klare Sache: Lieber in den Knast als nochmal in die Schule.

Natürlich landet er trotzdem am Charles-Baudelaire-Gymnasium. Dort begegnet er seiner Jugendliebe Tiphaine, die inzwischen Rektorin und damit seine Vorgesetzte ist. Ihre gemeinsame Vergangenheit – alles andere als harmonisch – sorgt für zusätzlichen Zündstoff. Und das ist nur eine von vielen Hürden, die seinen Auftrag erschweren.

Ein unqualifizierter Lehrer, der eine Klasse widerspenstiger Teenager bändigen muss – das Setting erinnert sofort an die deutsche Erfolgskomödie «Fack ju Göthe».

Allerdings verpasst es «Recalé», diesen Konflikt für die Komödie zu nutzen. Stattdessen versucht die Serie im Lehrerzimmer mit superwoken, abgelöschten, esoterischen oder rechtsnationalen Lehrpersonen einige Lacher zu erzeugen. Das gelingt nur teilweise.

Deshalb schafft es «Recalé» nicht übers Mittelmass hinaus und bekommt zudem eine Note Abzug für einen einfallslosen Cliffhanger.


In Kürze

**Alt-Text:**Poster der HBO-Serie «House of the Dragon»: Eine Frau mit weissen Haaren und goldener Krone sitzt auf dem Eisernen Thron, gekleidet in Kettenrüstung und Umhang. Im Hintergrund lodert Feuer.
2 von 5 Sternen

House of the Dragon (Staffel 3, HBO Max/Sky Show)

Meine Königin Rhaenyra, es fällt mir schwer es auszusprechen, doch die Stunde ist gekommen, an der sich unsere Wege trennen. Ich stand Euch lange Zeit treu zur Seite, als Ihr furchtlos gegen die hinterhältigen Hightowers, den Thronräuber Aegon und dessen blutrünstigen Bruder Aemond gekämpft habt. Dabei nahm ich hin, dass Eure mächtigsten Kämpfer, die Drachen, oft langatmigen Plots weichen mussten. Nun erobert Ihr zwar endlich den Eisernen Thron. Doch es offenbart sich endgültig, dass Eure Geschichte nur ein blasser Schatten dessen ist, was noch kommen wird. Es fehlt Euch zur sehr die Strahlkraft einer Daenerys Targaryen, Eurem Umfeld ein Held wie Jon Snow und Euren Gegnern ein Schalk wie Tyrion Lannister, als dass ich bei Eurem vorbestimmten Niedergang zuschauen möchte.

**Alt-Text:**Poster für die Serie «Matlock» (Sky Show): Zwei Frauen in blauen Anzügen lugen von beiden Seiten hinter einer Milchglasscheibe hervor und blicken direkt in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Matlock (Staffel 2, Sky Show)

Madleine «Matty» Kingston, die unter dem falschen Namen Matlock in einer Anwaltskanzlei arbeitet, sucht immer noch nach Beweisen, dass der oberste Boss der Kanzlei eine Studie zur Gefährlichkeit von Opioiden verschwinden liess. An ihrer Seite steht die Anwältin Olympia, ehemalige Schwiegertochter des Chefs. Daneben vertreten die beiden mit einem Team Klient:innen vor Gericht. Die Mischung von Gerichtsfällen und Mattys Mission funktioniert wiederum gut. Allerdings schlägt der Hauptplot mehr Haken als eine Hase auf der Flucht, um den Bogen über die ganzen 16 Episoden zu ziehen. Das wirkt auf die Dauer ermüdend. Einige Nebenfiguren und ihre Geschichten sorgen für etwas Ablenkung. «Matlock» bleibt unterhaltsam, hat aber von seinem Glanz eingebüsst.

Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.
5 von 5 Sternen

Rivals (Staffel 2, Disney+)

Eigentlich ist es zu früh, die zweite Staffel von «Rivals» zu besprechen. Disney splittet die Staffel in zwei Teile, sechs Episoden jetzt, sechs folgen erst im November. Das verärgert die Fans. Denn die Affären, Liebschaften, zerbröckelnden Ehen sind erneut unglaublich amüsant. Man bekommt nicht genug von den unglücklichen Romanzen, einer zarten ersten Liebe, triebgesteuerten Seitensprüngen und schwülstigen Bettszenen. Dass das Ganze nicht ins Peinliche abrutscht, liegt am satirischen Unterton – und an David Tennant. Er brilliert wieder in seiner Rolle als machtbesessener Bösewicht mit der dicken Zigarre im Mund. Doch dieses Mal vergeht ihm sein fieses Lächeln, als Unheil seine Familie heimsucht. Ich kann es kaum erwarten, bis es November wird mit kühleren Temperaturen, dafür heizt «Rivals» ein mit Intrigen und lustvollem Sex.


Auf der Watchlist

**Alt-Text:**Poster der Apple-TV+-Serie «Solo»: Eine Frau blickt ernst in die Kamera. Im Hintergrund das US-Kapitol in einem spiralförmigen Tunnel. Tagline: «The Key to the Future Lies in the Past».

Silo (Staffel 3, Apple TV)

**Alt-Text:** Promotional-Bild der ARD-Serie «Babylon Berlin»: Eine junge Frau mit braunem Hut und ein Mann mit Filzhut vor einer nächtlichen Stadtkulisse im Stil der 1920er-Jahre. Links das goldene Serienlogo.

Babylon Berlin (Staffel 5, ARD)

**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, Paramount+)


Serien-Top-Ten

1️⃣Poster der Amazon-Prime-Serie «Ride or Die»: Zwei Frauen in einem roten Cabrio – eine hält eine Pistole, eine andere das Steuer. Die Windschutzscheibe ist von Einschusslöchern durchsiebt. Slogan: «Some Friendships Are Bulletproof».Ride or Die
Actionkomödie,
Prime Video
2️⃣Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.Rivals (Staffel 2)
Drama/Satire, Disney+
3️⃣Keyvisual der Apple-TV-Serie «Star City»: Ein Gesicht einer Person, teils verdeckt durch ein rot-weisses geometrisches Element, vor schwarzem Hintergrund. Rechts das Apple-TV-Logo und der Serientitel.Star City
Sci-Fi-Drama,
Apple TV
4️⃣Poster der Netflix-Serie «The Bombing of Pan Am 103»: Vier Personen stehen vor dem Wrack eines abgestürzten Flugzeugs auf einer Wiese. Im Hintergrund untersucht eine Person in Schutzkleidung die Trümmer.The Bombing of
Pan Am 103

Dokudrama, Netflix
5️⃣**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Sugar»: Ein Mann im dunklen Anzug und Sonnenbrille lehnt an einem Cabriolet vor einem Stadtpanorama. Im Vordergrund leuchtet der Serientitel «Sugar» in roter Neonschrift.Sugar (Staffel 2)
Mysterykrimi, Apple TV
6️⃣Poster der Serie «A Spy Among Friends»: Zwei Männer in Anzügen vor rotem Hintergrund mit Londoner Skyline. Links ein Mann mit Brille, rechts ein weiterer im Profil. In der Mitte der Serientitel.A Spy Among Friends
Spionagethriller,
Sky Show
7️⃣Poster der Apple-TV+-Serie «Maximum Pleasure Guaranteed». Eine Frau mit aufgerissenem Mund und weit geöffneten Augen blickt erschrocken in die Kamera. Hintergrund in Pink.Maximum Pleasure
Guaranteed

Mysterykomödie,
Apple TV
8️⃣Poster für die Serie «Dutton Ranch» zeigt die Gesichtshälften eines bärtigen Mannes mit Cowboyhut und einer blonden Frau, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dazwischen steht der Serientitel und das Paramount Network-Logo.Dutton Ranch
Western, Paramount+
9️⃣Poster der Serie «The Bear» auf Disney+. Eine Collage zeigt mehrere Personen, darunter Köchinnen und Köche in weissen Kitteln. Im Vordergrund ein Männerprofil, daneben eine Frau mit blauem Haarband.The Bear (Staffel 5)
Dramedy, Disney+
🔟Serienposter «The Hack» (arte): zwei ernste Männer in Schwarz-Weiss, umrahmt von Zeitungsausschnitten mit Schlagzeilen zu Telefonhacking. Unten zwei Figuren von hinten, dazu Autos in Vogelperspektive.The Hack
True-Crime, arte

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**Alt-Text:**Drei Tablet-Bildschirme zeigen verschiedene Streaming-Genres: eine Frau bei Sonnenuntergang, eine Person in einer nächtlichen Neonstadt und ein einsames Haus im Wald. Popcorn und Play-Buttons umrahmen die Szene.

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