Blind

Mini-Serie, Play Suisse
4 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Serienposter «Blind» (SRF): Drei Personen vor dunklem Hintergrund – eine Frau links, ein Mann mit weissem Blindenstock in der Mitte, ein Mann rechts. Unten der Serientitel «Blind».

Bei Schweizer Serien ertappe ich mich oft dabei, dass mich unglaubwürdige Handlungen stören, die ich ausländischen Produktionen nachsehe. Wahrscheinlich, weil Schweizer Serien quasi vor der Haustür spielen und ich sie im Hinterkopf mit der Realität abgleiche. Bei «Blind» musste ich diesen Reflex schnell überwinden, um dem düsteren Krimi nicht unrecht zu tun. Denn die Serie bietet Spannung, Verwirrung und keine Sekunde Langeweile.

Nathaniel Brenner ist als Kind erblindet und arbeitet heute als Barkeeper. Eines Abends wird eine Frau aus der Bar entführt. Nathaniel erzählt der Polizei, was geschehen ist. Doch Kommissar Sandro Bandini zweifelt an seinen Schilderungen, nicht zuletzt, weil er blutverschmiert auf der Wache auftaucht.

Hilfe bekommt Nathaniel von der Journalistin Milla Nova, die ihn seit seiner Jugend kennt – und mit Sandro liiert ist. Die Dreieckskonstellation sorgt für Konflikte. Milla und Sandro geraten beruflich aneinander: Sie recherchiert zu rätselhaften HIV-Ansteckungen, während er eine Leiche in der Aare findet. Beides hängt zusammen und führt zum Maltherapeuten und esoterischen Heiler Jean Schwaabe.

«Blind» verknüpft die Fälle geschickt und überzieht die Handlung mit traumatischen Ereignissen. Das wirkt manchmal übertrieben, passt aber dramaturgisch, um düstere, verstörende Momente zu erzeugen.

Zu viel wird es für mich bei Millas Darstellung als Topjournalistin. Sie verletzt so ziemlich jede Regel des Handwerks. Das strapaziert meine Toleranz für übertriebene Darstellungen dann doch zu sehr.

Ted Lasso

Staffel 4, Apple TV
4 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Ted Lasso»: Sechs Personen posieren gemeinsam, im Vordergrund ein Mann mit Schnurrbart in einer blauen Nike-Trainingsjacke mit dem AFC-Richmond-Logo.

Ted Lasso, der Hyper-Optimist, verbreitet wieder Wohlgefühl – zur Freude seiner vielen Fans. Als «Ted Lasso» 2020 mitten in der Covid-Krise startete, bot der harmonische Grundton der Serie vielen einen emotionalen Zufluchtsort. Angesichts neuer Krisen suchen manche erneut Trost im «comfort viewing». Andere halten den Eskapismus heute für aus der Zeit gefallen.

Ted kehrt also als Trainer nach London zurück. Rebecca und Keeley wollen ihn jedoch nicht für die Premier-League-Mannschaft, sondern für ihr neu gegründetes Frauenteam, die Lady Greyhounds.

Das ist eine gute Idee. Auch in der Schweiz gewann der Frauenfussball nach der Euro 2025 an Popularität. Im Umfeld des AFC Richmond hält sich die Begeisterung allerdings in Grenzen. Die meist männlichen Fans halten wenig von Kickerinnen. Rebecca, Keeley und Ted müssen viel Überzeugungsarbeit leisten.

Auf und neben dem Platz erleben wir Vertrautes: Sieg und Niederlage, Streit und Versöhnung, Liebesglück und Liebeskummer. Neu sind Probleme der Spielerinnen rund um Gehalt und Kinderbetreuung, die jedoch nur am Rande vorkommen.

Zu den vertrauten Figuren – auch Roy Kent und Coach Beard sind wieder dabei – stossen ein paar neue. Tanya Reynolds bereichert die Serie als mürrische Assistenztrainerin. Tracey Ullman amüsiert als Ex-Punkerin, die sich nun für Frauenfussball einsetzt.

Zwingend ist Teds Rückkehr nicht. Die Staffel bietet wenig Neues, lässt aber wie gewohnt die Ärgernisse dieser Welt für ein paar Stunden vergessen.

Silo

Staffel 3, Apple TV
5 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Serienposter «Silo» auf Apple TV+. Porträt einer Frau, deren Kopf eine spiralförmige Architektur mit einem Kapitolgebäude zeigt. Tagline: «The Key to the Future Lies in the Past».

«Silo» ist und bleibt phänomenal. Auch wenn die Handlung zu Beginn der dritten Staffel nur langsam Fahrt aufnimmt, zieht sie einen in ihren Bann. Endlich gibt es Antworten auf die Frage, wie es dazu kam, dass die Menschheit sich einbunkern musste.

Rund 350 Jahre vor Juliettes Zeit will der US-Abgeordnete Daniel Keene herausfinden, warum seine Schwester Charlotte bei einem Kampfeinsatz im Iran abgestürzt ist. Sie überlebte als einzige Pilotin ihres Geschwaders, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Auch die Journalistin Helen Drew geht der Sache nach. Gemeinsam decken sie ein streng geheimes Projekt auf, das ein milliardenschwerer Unternehmer mit einer Senatorin vorantreibt.

In Silo 18 kämpft die zurückgekehrte Juliette mit Gedächtnisverlust. Sie weiss nicht mehr, was geschah, nachdem sie den Silo verlassen hatte. Die Stimme aus dem Monitor im Serverraum, die die Geschicke des Silos im Geheimen lenkt, weist die IT-Verantwortliche Camille Sims an, dafür zu sorgen, dass Juliettes Erinnerungen nicht zurückkehren. Sonst wäre «das Projekt» gefährdet und die «Schutzvorrichtung» würde aktiviert. Damit würde die gesamte Bevölkerung des Silos ausgelöscht.

Doch mithilfe ihrer Freund:innen beginnt sich Juliette zu erinnern. Sie weiss wieder, was sie in Silo 17 herausgefunden hat – und wie sie Silo 18 vor der Zerstörung retten kann.

Im Staffelfinale laufen die beiden Zeitebenen zusammen. Es gibt einige Überraschungen, und es zeichnet sich ab, was uns im Showdown der vierten und letzten Staffel erwartet. Diese ist bereits abgedreht und kommt im Sommer 2027.


Kurzbesprechungen

**Alt-Text:**Poster der Prime-Original-Serie «Reacher»: Ein muskulöser Mann mit kurzem Haar und Dreitagebart blickt ernst in die Kamera. Der Hintergrund ist in rotes und blaues Licht getaucht. Text: «New Season, August 12».
4 von 5 Sternen

Reacher (Staffel 4, Prime Video

Wo Reacher draufsteht, sind blutige Faustkämpfe und noch blutigere Schiessereien drin. Der muskelbepackte Rächer hat jedoch auch ein Herz, so gross wie seine mächtigen Arme. Deshalb lässt es ihm keine Ruhe, als sich eine Frau vor seinen Augen das Leben nimmt. Reacher will wissen, warum. Alles dreht sich um einen USB-Stick mit brisanten Informationen, den die Frau besass. Bald sind auch der CIA, das Verteidigungsministerium und ein paar skrupellose Schurk:innen hinter dem Stick her. Unterstützung bekommt Reacher von einer frustrierten Polizistin, einem Kleinstadt-Cop und einem abgehalfterten Journalisten. Kein Dream-Team, aber die vier kämpfen sich entschlossen durch den Fall. Auch für die vierte Staffel gilt: nichts für zarte Gemüter, aber Action-Fans kommen voll auf ihre Kosten.

Poster der Netflix-Serie «The Gentlemen»: Zwei elegant gekleidete Personen und ein älterer Mann stehen vor einem Herrenhaus. Im Vordergrund liegt ein Tiger. Dahinter zwei Luxusautos.
3 von 5 Sternen

The Gentlemen (Staffel 2, Netflix)

Ein Jahr ist vergangen, seit Eddie Horniman mit Susie Glass einen lukrativen Drogenhandel führt. Eddie ist nicht länger der widerwillige Herzog, der den Cannabisanbau auf seinem Anwesen nur duldet: Er geniesst seine Macht und das Geld. Gemeinsam mit Susie baut er das Geschäft aus. Gleichzeitig versucht Eddie, auch in den Kreisen der britischen Adelselite aufzusteigen. Je grösser sein Einfluss wird, desto häufiger geraten seine Beziehungen und Bündnisse unter Druck. Susie beginnt sich zu fragen, ob Eddie noch ein verlässlicher Partner ist – oder längst zu viel will. Eddies Reise in die finstersten Ecken seiner Seele sorgt für viel Action und Drama. Aber weil sich die Handlung nur noch darauf fokussiert, geht die humorvolle Seite verloren, die einen grossen Teil des Reizes der ersten Staffel ausgemacht hat.

**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.
4 von 5 Sternen

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, Paramount+)

Die zentrale Frage bei dieser Serie lautet: Womit überrascht «Strange New Worlds» diesmal? Kurz gesagt: Die Enterprise-Crew wird zu Muppets, taucht in die schwelgerische Welt der Soap Opera ein und erkundet fremde (Unter)Welten in prachtvollem Chiaroscuro. All das sind charmante Ideen, doch mein persönliches Highlight dieser Staffel bleibt Una Chin-Rileys Gesangseinlage. Sie performt Bonnie Tylers «Total Eclipse of the Heart» – auf Klingonisch. Eine gelungene Hommage an die kürzlich verstorbene Sängerin, auch wenn das wohl Zufall war, da Tyler bei den Dreharbeiten noch lebte. Doch auch die klassischen Weltraumabenteuer-Episoden bieten erneut gute Unterhaltung. «Strange New Worlds» bleibt ein verlässlicher Genuss für Sci-Fi-Fans.


Auf der Watchlist

**Alt-Text:** Poster der Netflix-Serie «East of Eden» mit Florence Pugh im Profil vor orangefarbenem Himmel. Im Vordergrund ein brennendes Haus mit zwei Silhouetten.

East of Eden (Mini-Serie, Netflix)

**Alt-Text:** Poster  der HBO-Max-Serie «Lanterns»: Zwei Männer stehen sich auf einer verlassenen Strasse gegenüber. Zwischen ihnen schwebt ein Green-Lantern-Ring. Tagline: «Only one can wear the ring».

Lanterns (Staffel 1, HBO Max)

**Alt-Text:**Poster der Apple-TV-Serie «Slow Horses» mit Gary Oldman. Vier Personen gehen durch eine urbane Kulisse, einige mit roten Kreisen und Kreuzen markiert. Tagline: «They finally made the hit list».

Slow Horses (Staffel 6, Apple TV)


Serien-Top-Ten

1️⃣**Alt-Text:**Poster der Apple-TV+-Serie «Solo»: Eine Frau blickt ernst in die Kamera. Im Hintergrund das US-Kapitol in einem spiralförmigen Tunnel. Tagline: «The Key to the Future Lies in the Past».Silo (Staffel 3)
Sci-Fi-Mystery, Apple TV
2️⃣**Alt-Text:** Promotional-Bild der ARD-Serie «Babylon Berlin»: Eine junge Frau mit braunem Hut und ein Mann mit Filzhut vor einer nächtlichen Stadtkulisse im Stil der 1920er-Jahre. Links das goldene Serienlogo.Babylon Berlin (Staffel 5)
Historienkrimi,
ARD/Sky Show
3️⃣**Alt-Text:** Promobild der Serie «Furious» auf Hulu/Disney+: Ein grosses, dramatisch beleuchtetes Frauengesicht in Rot- und Gelbtönen dominiert den Hintergrund. Davor steht eine kleine Silhouette einer Person.Furious
Thriller, Disney+
4️⃣**Alt-Text:** Poster der SRF-Serie «Blind»: Drei Personen – eine Frau mit kurzen blonden Haaren, ein Mann in weissem Hemd und ein Mann mit dunklem Haar – posieren vor unscharfem, grünem Hintergrund.Blind
Krimi/Drama, Play Suisse
5️⃣**Alt-Text:**Poster der Prime-Original-Serie «Reacher»: Ein muskulöser Mann mit kurzem Haar und Dreitagebart blickt ernst in die Kamera. Der Hintergrund ist in rotes und blaues Licht getaucht. Text: «New Season, August 12».Reacher (Staffel 4)
Actionkrimi, Prime Video
6️⃣**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Ted Lasso»: Sieben Personen posieren vor blauen und roten Fussballtrikots. Im Zentrum ein Mann mit Schnauzbart und blauer Trainingsjacke. Unten der Serientitel «Ted Lasso».Ted Lasso (Staffel 4)
Komödie, Apple TV
7️⃣**Alt-Text:** Serienplakat «Neagley» (Prime Original, ab 16. September): Eine Frau mit Kampfspuren im Gesicht steht entschlossen vor einer Stadtkulisse im Gegenlicht. Spin-off der Amazon-Serie «Reacher».Neagley
Action, Prime Video
8️⃣**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.Star Trek: Strange New
Worlds (Staffel 4)

Sci-Fi, Paramount+
9️⃣**Alt-Text:**Keyvisual der Serie «Braunschlag 1986»: Zwei Männer in auffälligen 80er-Jahre-Anzügen – einer in Grün, einer in Lachs – stehen vor einem Nachtclub. Der Titel leuchtet links im Neon-Look.Braunschlag 1986
Komödie, HBO Max
🔟Poster der Netflix-Serie «The Gentlemen»: Zwei elegant gekleidete Personen und ein älterer Mann stehen vor einem Herrenhaus. Im Vordergrund liegt ein Tiger. Dahinter zwei Luxusautos.The Gentlemen
(Staffel 2)

Action/Krimi, Netflix

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**Alt-Text:**Drei Tablet-Bildschirme zeigen verschiedene Streaming-Genres: eine Frau bei Sonnenuntergang, eine Person in einer nächtlichen Neonstadt und ein einsames Haus im Wald. Popcorn und Play-Buttons umrahmen die Szene.

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