Ride or Die
 

Staffel 1, Prime Video
5 von 5 Sternen
Poster der Amazon-Prime-Serie «Ride or Die»: Zwei Frauen in einem roten Cabrio – eine hält eine Pistole, eine andere das Steuer. Die Windschutzscheibe ist von Einschusslöchern durchsiebt. Slogan: «Some Friendships Are Bulletproof».

Judith Butler ist nicht zum Vergnügen in den österreichischen Alpen. Sie soll einen Mann namens Oleg töten. Doch statt ihn mit dem Scharfschützengewehr zu erschiessen, mischt sie sich unter die Après-Ski-Gäste und ersticht ihn. Es folgt eine spektakuläre Verfolgungsjagd auf Skiern, die nicht zufällig an die Eröffnungssequenz des Bond-Klassikers «The Spy Who Loved Me» erinnert.

Hannah Waddingham zeigt von Beginn an, dass sie Action beherrscht. Doch «Ride or Die» ist auch eine Serie über beste Freundinnen. Judith ist seit 20 Jahren eng mit Debbie befreundet, die nichts von ihrem Doppelleben als Auftragskillerin einer privaten Geheimorganisation weiss.

Als Debbies Ehemann einen albanischen Mafiaboss betrügt, gerät auch Debbie ins Visier der Gangster. Judith muss ihre Tarnung aufgeben und Debbie auf einer Flucht quer durch Europa beschützen. Dabei wird auch Judith von einem rachsüchtigen Schatten aus ihrer Vergangenheit verfolgt.

«Ride or Die» lebt von der Dynamik zwischen Hannah Waddingham und Octavia Spencer. Daneben verblassen alle anderen Figuren, auch wenn etwa Bill Nighy als britisch-unterkühlter Chef der Geheimorganisation durchaus amüsiert.

Waddingham und Spencer beweisen: Humorvolle Buddy-Action funktioniert perfekt mit Frauen. Besonders, wenn es sich um «W.O.A.C.A.» handelt, wie Judith despektierlich bezeichnet wird: als «woman of a certain age». Von diesen beiden Frauen «im gewissen Alter» sehen wir gerne mehr.

Maximum Pleasure Guaranteed

Staffel 1, Apple TV
4 von 5 Sternen
Poster der Apple-TV+-Serie «Maximum Pleasure Guaranteed». Eine Frau mit aufgerissenem Mund und weit geöffneten Augen blickt erschrocken in die Kamera. Hintergrund in Pink.

Paula ist frisch geschieden und streitet mit ihrem Ex-Mann um das Sorgerecht für ihre Tochter Hazel. Zwischen Kinderbetreuung, Job als Factcheckerin, Umzug und ihrem Engagement als Coach der Soccer-Mannschaft ihrer Tochter sucht sie Ablenkung bei einem «Camboy».

Doch aus dem harmlosen Online-Flirt wird ein Albtraum: Paula wird Zeugin eines Überfalls, Opfer von Erpressung und zur Hauptverdächtigen in zwei Mordfällen. Während die Polizei gegen sie ermittelt, versucht sie mit Hilfe ihrer Arbeitskolleg:innen, den wahren Täter zu finden.

«Maximum Pleasure Guaranteed» trägt bei der Handlung zwar ordentlich dick auf, nimmt sich dabei aber nie ganz ernst. Die Serie verbindet Thriller, Komödie und Krimi mit viel Tempo und Gespür für absurden Humor. Selbst in den spannendsten Momenten blitzt immer wieder Selbstironie auf.

Tatiana Maslany ist das Highlight der Serie. Wie schon in «Orphan Black» beweist sie ihre Wandlungsfähigkeit und wechselt mühelos zwischen überforderter Mutter, einfallsreicher Ermittlerin und sympathisch-chaotischer Heldin.

Auch der restliche Cast überzeugt: Dolly De Leon als stoische Polizistin, Murray Bartlett als überforderter Killer sowie das zerstreute Helferduo Geri und Rudy sorgen für abwechslungsreiche Momente.

Die zehn Episoden vergehen wie im Flug und machen «Maximum Pleasure Guaranteed» zu einer ausgesprochen kurzweiligen Binge-Serie. Die Geschichte findet einen runden Abschluss, lässt aber genug Raum für eine mögliche zweite Staffel.

Star City
 

Staffel 1, Apple TV
5 von 5 Sternen
Serienposter von «Star City» auf Apple TV. Nahaufnahme eines Gesichts, das durch diagonal verlaufende rote und cremefarbene Streifen fragmentiert wird. Düstere, dramatische Bildsprache auf schwarzem Hintergrund.

Die Amerikaner haben das Rennen zum Mond gegen die Russen verloren. Das zeigte bereits «For All Mankind». Das Spin-off «Star City» spielt hinter dem Eisernen Vorhang und erzählt die alternative Geschichte der Raumfahrt aus sowjetischer Sicht.

Statt Pioniergeist prägen Misstrauen, Bespitzelung und Gewalt den Alltag in Star City, wo Kosmonaut:innen leben und ausgebildet werden. Die Handlung setzt mit der ersten bemannten Mondlandung der Sowjetunion ein und führt zu Verrat, Folter und politischen Intrigen.

Ein Chefkonstrukteur, dessen Identität geheim gehalten wird, träumt von der Erforschung des Weltraums, während Partei und KGB ihre Macht mit brutaler Konsequenz durchsetzen. Parallel verfolgt die Serie weitere Erzählstränge über die erste Frau auf dem Mond, einen Spion in amerikanischen Diensten und eine Abhöragentin, deren Loyalität auf die Probe gestellt wird.

«Star City» zeigt eine Gesellschaft, in der Angst der treibende Faktor ist und der Staat keine Fehler eingesteht. Besonders die KGB-Offizierin Raskowa, hervorragend gespielt von Anna Maxwell Martin, verkörpert diese Logik mit eisiger Kälte und gehört zu den eindrucksvollsten Figuren der Serie.

«Star City» ist ein gelungenes Spin-off. Die Serie entwickelt eine eigene Identität mit bedrückender, klaustrophobischer Atmosphäre und wirkt noch intensiver als die Ursprungsserie. Die visuelle Gestaltung in Grau- und Brauntönen unterstreicht diese Stimmung, wirkt jedoch klischeehaft. Das bleibt der einzige Kritikpunkt an einer faszinierenden Serie.


In Kürze

**Alt-Text:**Poster für die Serie «Matlock» (Sky Show): Zwei Frauen in blauen Anzügen lugen von beiden Seiten hinter einer Milchglasscheibe hervor und blicken direkt in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Matlock (Staffel 2, Sky Show)

Madleine «Matty» Kingston, die unter dem falschen Namen Matlock in einer Anwaltskanzlei arbeitet, sucht immer noch nach Beweisen, dass der oberste Boss der Kanzlei eine Studie zur Gefährlichkeit von Opioiden verschwinden liess. An ihrer Seite steht die Anwältin Olympia, ehemalige Schwiegertochter des Chefs. Daneben vertreten die beiden mit einem Team Klient:innen vor Gericht. Die Mischung von Gerichtsfällen und Mattys Mission funktioniert wiederum gut. Allerdings schlägt der Hauptplot mehr Haken als eine Hase auf der Flucht, um den Bogen über die ganzen 16 Episoden zu ziehen. Das wirkt auf die Dauer ermüdend. Einige Nebenfiguren und ihre Geschichten sorgen für etwas Ablenkung. «Matlock» bleibt unterhaltsam, hat aber von seinem Glanz eingebüsst.

Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.
5 von 5 Sternen

Rivals (Staffel 2, Disney+)

Eigentlich ist es zu früh, die zweite Staffel von «Rivals» zu besprechen. Disney splittet die Staffel in zwei Teile, sechs Episoden jetzt, sechs folgen erst im November. Das verärgert die Fans. Denn die Affären, Liebschaften, zerbröckelnden Ehen sind erneut unglaublich amüsant. Man bekommt nicht genug von den unglücklichen Romanzen, einer zarten ersten Liebe, triebgesteuerten Seitensprüngen und schwülstigen Bettszenen. Dass das Ganze nicht ins Peinliche abrutscht, liegt am satirischen Unterton – und an David Tennant. Er brilliert wieder in seiner Rolle als machtbesessener Bösewicht mit der dicken Zigarre im Mund. Doch dieses Mal vergeht ihm sein fieses Lächeln, als Unheil seine Familie heimsucht. Ich kann es kaum erwarten, bis es November wird mit kühleren Temperaturen, dafür heizt «Rivals» ein mit Intrigen und lustvollem Sex.

Poster der Apple- TV-Serie «Criminal Record». Zeigt zwei Personen in Polizeiuniformen vor einem unscharfen städtischen Hintergrund. Links ein Mann mit grauem Haar, rechts eine Frau mit kurzen dunklen Haaren.
4 von 5 Sternen

Criminal Record (Staffel 2, Apple TV)

Die Wege von DI June Lenker (Cush Jumbo) und DCI Dan Hegarty (Peter Capaldi) kreuzen sich erneut. Bei einer Kundgebung von Muslimen wird ein Jugendlicher von einem Vermummten getötet, der zu einer Gruppe von rassistischen Nationalisten gehört. Als Lenker und Hegarty ein Mitglied der Gruppe identifizieren, beginnen sie, gemeinsam zu ermitteln, allerdings mit unterschiedlichen Zielen. Lenker will den Mörder fassen, Hegarty die Gruppe infiltrieren, die mutmasslich Bombenanschläge plant. Wie schon zuvor ist die Zusammenarbeit geprägt von Misstrauen. Zurecht: Hegarty weiht seine Partnerin nicht in alle Details seiner Pläne ein. Spannender Krimi mit einem genial widerlichen Dustin Demri-Burns als Gegenspieler von Lenker und Hegarty.


Auf der Watchlist

**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Sugar»: Ein Mann im dunklen Anzug und Sonnenbrille lehnt an einem Cabriolet vor einem Stadtpanorama. Im Vordergrund leuchtet der Serientitel «Sugar» in roter Neonschrift.

Sugar (Staffel 2, Apple TV)

**Alt-Text:**Poster der HBO-Serie «House of the Dragon»: Eine Frau mit weissen Haaren und goldener Krone sitzt auf dem Eisernen Thron, gekleidet in Kettenrüstung und Umhang. Im Hintergrund lodert Feuer.

House of the Dragon (Staffel 3, HBO Max)

**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, Paramount+)


Serien-Top-Ten

1️⃣Poster der Amazon-Prime-Serie «Ride or Die»: Zwei Frauen in einem roten Cabrio – eine hält eine Pistole, eine andere das Steuer. Die Windschutzscheibe ist von Einschusslöchern durchsiebt. Slogan: «Some Friendships Are Bulletproof».Ride or Die
Actionkomödie
Prime Video
2️⃣Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.Rivals (Staffel 2)
Drama/Satire,
Disney+
3️⃣Keyvisual der Apple-TV-Serie «Star City»: Ein Gesicht einer Person, teils verdeckt durch ein rot-weisses geometrisches Element, vor schwarzem Hintergrund. Rechts das Apple-TV-Logo und der Serientitel.Star City
Sci-Fi-Drama,
Apple TV
4️⃣Poster für die Prime Video Serie «Spider-Noir» mit Nicolas Cage. Zeigt einen Mann in schwarzem Mantel und Hut auf einer regnerischen Stadtstrasse der 1930er Jahre. Sein Spiegelbild ist in einer Pfütze sichtbar.Spider-Noir
Retro-Superhelden-
Krimi, Prime Video
5️⃣Poster der Apple-TV+-Serie «Maximum Pleasure Guaranteed». Eine Frau mit aufgerissenem Mund und weit geöffneten Augen blickt erschrocken in die Kamera. Hintergrund in Pink.Maximum Pleasure
Guaranteed

Mysterykomödie,
Apple TV
6️⃣Poster für die Serie «Dutton Ranch» zeigt die Gesichtshälften eines bärtigen Mannes mit Cowboyhut und einer blonden Frau, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dazwischen steht der Serientitel und das Paramount Network-Logo.Dutton Ranch
Western, Paramount+
7️⃣Poster der Serie «The Bear» auf Disney+. Eine Collage zeigt mehrere Personen, darunter Köchinnen und Köche in weissen Kitteln. Im Vordergrund ein Männerprofil, daneben eine Frau mit blauem Haarband.The Bear (Staffel 5)
Dramedy, Disney+
8️⃣Serienposter «The Hack» (arte): zwei ernste Männer in Schwarz-Weiss, umrahmt von Zeitungsausschnitten mit Schlagzeilen zu Telefonhacking. Unten zwei Figuren von hinten, dazu Autos in Vogelperspektive.The Hack
True-Crime, arte
9️⃣Poster für die Apple-TV-Serie «Widow's Bay» mit Matthew Rhys. Zeigt mehrere Charaktere vor dramatischem Himmel, darunter einen Mann im Vordergrund, eine Frau, einen bärtigen Mann und weitere Personen. Im Hintergrund sind ein Leuchtturm, Häuser und ein Boot zu sehen.Widow’s Bay
Horrorkomödie,
Apple TV
🔟Poster für die TV-Serie «Your Friends & Neighbors» mit Jon Hamm. Zeigt einen Mann mittleren Alters im weissen Hemd, der ernst in die Kamera blickt. Links steht der Serientitel in grossen schwarzen Buchstaben auf hellem Hintergrund.Your Friends &
Neighbors (Staffel 2)

Krimi/Satire, Apple TV

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**Alt-Text:**Drei Tablet-Bildschirme zeigen verschiedene Streaming-Genres: eine Frau bei Sonnenuntergang, eine Person in einer nächtlichen Neonstadt und ein einsames Haus im Wald. Popcorn und Play-Buttons umrahmen die Szene.

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