Furious

Staffel 1, Disney+
5 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Serienplakat «Furious» auf Hulu: Ein farbintensives Gesicht in Rot, Orange und Gelb dominiert das Bild. Davor steht eine kleine weibliche Silhouette. Oben der Name «Emmy Rossum», unten der Slogan: «There's a thin line between hunter and prey.»

Ein Agent jagt besessen einen Serienmörder – das ist abgedroschen. Eine Agentin jagt eine Serienmörderin – das klingt frisch. Doch «Furious» belässt es nicht beim Geschlechtertausch. Der Thriller entwickelt eine Hintergrundgeschichte, die erst Unbehagen weckt, dann Entsetzen und Wut.

Catherine scheint eine klassische Psychopathin zu sein, die aus Vergnügen tötet. Ihre Gegenspielerin Alice Black, eine neue FBI-Agentin, wirkt zunächst ebenfalls wie eine stereotype Figur. Sie will sich im neuen Job beweisen. Da kommt der Mord am Sohn eines einflussreichen Geschäftsmanns gerade recht.

Nach und nach wird klar: Catherine steckt hinter mehreren Morden. Sie war als Jugendliche Teil eines Sexrings, in dem Männer junge Frauen ausbeuteten. Eine Freundin starb dabei. Jetzt will Catherine Rache.

Auch Alice wurde Opfer von Gewalt. Ihr ehemaliger Freund misshandelte sie regelmässig, während Kollegen und Vorgesetzte ihn deckten. «Furious» führt damit in ein moralisches Dilemma: Catherine mordet grausam, doch ihre Wut und ihr Rachefeldzug sind nachvollziehbar. Alice versteht ihre Beweggründe und will sie trotzdem fassen. Gleichzeitig versucht sie, den Mann zur Verantwortung zu ziehen, der über Jahrzehnte junge Frauen missbrauchte.

Die Serie greift dabei die Geschichte Jeffrey Epsteins auf. Sie nutzt sie jedoch nicht bloss als Empörungsvehikel, sondern beleuchtet die Komplexität sexueller Gewalt. Das und die hervorragenden Schauspieler:innen und die klischeefreien Dialoge machen «Furious» zu einer Serie, die dem Genre frischen Wind einhaucht.

GIGN/Elite Force

Staffel 1, Netflix
3 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Offizielles Netflix-Serienplakat «GIGN»: Eine maskierte Person in taktischer Ausrüstung und Helm vor blauem, regenbenetztem Hintergrund.

Einen Superlativ verdient «GIGN» («Elite Force»): Die Serie endet abrupt wie keine andere. Das passt zu ihrem unentschlossenen Stil, der nicht recht weiss, was er erzählen will.

«GIGN» schwankt zwischen dem actionreichen Alltag einer Eliteeinheit der französischen Polizei und dem komplizierten Privatleben der Hauptfigur David, das von Familie, Freundschaft, einer Affäre und Loyalität geprägt ist.

David kommandiert eine GIGN-Einheit. Zu Beginn beobachtet er Polizist:innen, die sich für die Antiterroreinheit bewerben. Sein besonderes Augenmerk gilt Max. Der besteht die Prüfung mit Bravour. Doch David will verhindern, dass er aufgenommen wird. Dahinter steckt eine persönliche Geschichte: Max’ Vater gehörte zur GIGN und kam im Dienst ums Leben. Max will in seine Fussstapfen treten. David, sein Götti, will das verhindern, weil Max’ Mutter nicht noch einen geliebten Menschen verlieren soll.

Genau hier liegt die Schwäche von «GIGN». Die persönlichen Dramen wirken klischeehaft und banal. Wie auch dieses: David wollte eigentlich den Dienst quittieren, um Frau und Tochter mehr Zeit zu widmen. Doch er stellt die Loyalität mit der GIGN über die Bedürfnisse seiner Familie.

Die Stärke der Serie liegt dagegen in den Einsätzen. Hier kommt Spannung auf und es ist Action drin. «GIGN» hätte besser funktioniert, wenn sich die Handlung auf die Abenteuer der Antiterroreinheit beschränken würde. Das hätte saubere, wenn auch unoriginelle Action geboten – ohne den misslungenen Versuch, den Figuren mit stereotypen Hintergrundgeschichten Tiefe zu verleihen.

Braunschlag 1986

Mini-Serie, HBO Max
4 von 5 Sternen
Plakat der Serie «Braunschlag 1986»: Zwei Männer in 80er-Jahre-Outfits – einer im grünen, einer im apricotfarbenen Jackett – stehen vor einer Diskothek mit Spiegelkugel. Neonschrift im Hintergrund.

Österreichische TV-Serien lieben das Skurrile – eine Tradition, die weit zurückreicht. Von 1976 bis 1984 produzierte der ORF die Krimiserie «Kottan ermittelt», die das Genre auf den Kopf stellte. Statt klassischer Krimi-Kost bot sie anarchische Satire. Skurrile Figuren, Wiener Schmäh, schwarzer Humor und die gnadenlose Demontage von Polizei und Obrigkeit machten sie zu einem eigenwilligen TV-Experiment.

In dieser Tradition steht auch «Braunschlag». 2012 rückte das fiktive Dorf im Waldviertel erstmals ins Rampenlicht. Der Ort stand vor der Pleite. Doch Bürgermeister Gerri Tschach und Discobetreiber Richard Pfeisinger hatten eine rettende Idee: Sie inszenierten ein Marienwunder. Bald strömten Hunderte Pilger:innen ins Dorf. Die geniale Idee endet allerdings im Chaos.

14 Jahre später knüpft «Braunschlag 1986» daran an. Gerri und Richard blieben als Einzige zurück, nachdem das Dorf wegen illegal gelagerter radioaktiver Abfälle evakuiert werden musste. Um Braunschlag neu zu beleben, erklären sie kurzerhand, dass im Dorf das Jahr 1986 geschrieben wird: ohne Internet, Handys, Flüchtlinge und Globalisierung. Die Mauer steht noch, Tschernobyl liegt in der Zukunft.

Die Nostalgie-Idee zieht neue Bewohner:innen an: Digital-Detox-Fans, völkische Nationalist:innen und einen Teenager-Milliardär. So schräg die Geschichten wieder sind, schwingt diesmal mehr Nachdenklichkeit mit. Die Vergangenheit liefert keine Antworten auf die Fragen von heute oder morgen. «Braunschlag 1986» ist dadurch bedrückender – ein Spiegel der Gegenwart. Unterhaltsam bleibt die Serie trotzdem.


In Kürze

**Alt-Text:**Poster der HBO-Serie «House of the Dragon»: Eine Frau mit weissen Haaren und goldener Krone sitzt auf dem Eisernen Thron, gekleidet in Kettenrüstung und Umhang. Im Hintergrund lodert Feuer.
2 von 5 Sternen

House of the Dragon (Staffel 3, HBO Max/Sky Show)

Meine Königin Rhaenyra, es fällt mir schwer es auszusprechen, doch die Stunde ist gekommen, an der sich unsere Wege trennen. Ich stand Euch lange Zeit treu zur Seite, als Ihr furchtlos gegen die hinterhältigen Hightowers, den Thronräuber Aegon und dessen blutrünstigen Bruder Aemond gekämpft habt. Dabei nahm ich hin, dass Eure mächtigsten Kämpfer, die Drachen, oft langatmigen Plots weichen mussten. Nun erobert Ihr zwar endlich den Eisernen Thron. Doch es offenbart sich endgültig, dass Eure Geschichte nur ein blasser Schatten dessen ist, was noch kommen wird. Es fehlt Euch zur sehr die Strahlkraft einer Daenerys Targaryen, Eurem Umfeld ein Held wie Jon Snow und Euren Gegnern ein Schalk wie Tyrion Lannister, als dass ich bei Eurem vorbestimmten Niedergang zuschauen möchte.

**Alt-Text:**Poster für die Serie «Matlock» (Sky Show): Zwei Frauen in blauen Anzügen lugen von beiden Seiten hinter einer Milchglasscheibe hervor und blicken direkt in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Matlock (Staffel 2, Sky Show)

Madleine «Matty» Kingston, die unter dem falschen Namen Matlock in einer Anwaltskanzlei arbeitet, sucht immer noch nach Beweisen, dass der oberste Boss der Kanzlei eine Studie zur Gefährlichkeit von Opioiden verschwinden liess. An ihrer Seite steht die Anwältin Olympia, ehemalige Schwiegertochter des Chefs. Daneben vertreten die beiden mit einem Team Klient:innen vor Gericht. Die Mischung von Gerichtsfällen und Mattys Mission funktioniert wiederum gut. Allerdings schlägt der Hauptplot mehr Haken als eine Hase auf der Flucht, um den Bogen über die ganzen 16 Episoden zu ziehen. Das wirkt auf die Dauer ermüdend. Einige Nebenfiguren und ihre Geschichten sorgen für etwas Ablenkung. «Matlock» bleibt unterhaltsam, hat aber von seinem Glanz eingebüsst.

Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.
5 von 5 Sternen

Rivals (Staffel 2, Disney+)

Eigentlich ist es zu früh, die zweite Staffel von «Rivals» zu besprechen. Disney splittet die Staffel in zwei Teile, sechs Episoden jetzt, sechs folgen erst im November. Das verärgert die Fans. Denn die Affären, Liebschaften, zerbröckelnden Ehen sind erneut unglaublich amüsant. Man bekommt nicht genug von den unglücklichen Romanzen, einer zarten ersten Liebe, triebgesteuerten Seitensprüngen und schwülstigen Bettszenen. Dass das Ganze nicht ins Peinliche abrutscht, liegt am satirischen Unterton – und an David Tennant. Er brilliert wieder in seiner Rolle als machtbesessener Bösewicht mit der dicken Zigarre im Mund. Doch dieses Mal vergeht ihm sein fieses Lächeln, als Unheil seine Familie heimsucht. Ich kann es kaum erwarten, bis es November wird mit kühleren Temperaturen, dafür heizt «Rivals» ein mit Intrigen und lustvollem Sex.


Auf der Watchlist

**Alt-Text:**Poster der Apple-TV+-Serie «Solo»: Eine Frau blickt ernst in die Kamera. Im Hintergrund das US-Kapitol in einem spiralförmigen Tunnel. Tagline: «The Key to the Future Lies in the Past».

Silo (Staffel 3, Apple TV)

**Alt-Text:** Promotional-Bild der ARD-Serie «Babylon Berlin»: Eine junge Frau mit braunem Hut und ein Mann mit Filzhut vor einer nächtlichen Stadtkulisse im Stil der 1920er-Jahre. Links das goldene Serienlogo.

Babylon Berlin (Staffel 5, ARD)

**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, Paramount+)


Serien-Top-Ten

1️⃣**Alt-Text:** Promobild der Serie «Furious» auf Hulu/Disney+: Ein grosses, dramatisch beleuchtetes Frauengesicht in Rot- und Gelbtönen dominiert den Hintergrund. Davor steht eine kleine Silhouette einer Person.Furious
Thriller, Disney+
2️⃣Poster der Amazon-Prime-Serie «Ride or Die»: Zwei Frauen in einem roten Cabrio – eine hält eine Pistole, eine andere das Steuer. Die Windschutzscheibe ist von Einschusslöchern durchsiebt. Slogan: «Some Friendships Are Bulletproof».Ride or Die
Actionkomödie,
Prime Video
3️⃣Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.Rivals (Staffel 2)
Drama/Satire, Disney+
4️⃣Keyvisual der Apple-TV-Serie «Star City»: Ein Gesicht einer Person, teils verdeckt durch ein rot-weisses geometrisches Element, vor schwarzem Hintergrund. Rechts das Apple-TV-Logo und der Serientitel.Star City
Sci-Fi-Drama,
Apple TV
5️⃣**Alt-Text:**Keyvisual der Serie «Braunschlag 1986»: Zwei Männer in auffälligen 80er-Jahre-Anzügen – einer in Grün, einer in Lachs – stehen vor einem Nachtclub. Der Titel leuchtet links im Neon-Look.Braunschlag 1986
Komödie, HBO Max
6️⃣Poster der Netflix-Serie «The Bombing of Pan Am 103»: Vier Personen stehen vor dem Wrack eines abgestürzten Flugzeugs auf einer Wiese. Im Hintergrund untersucht eine Person in Schutzkleidung die Trümmer.The Bombing of
Pan Am 103

Dokudrama, Netflix
7️⃣**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Sugar»: Ein Mann im dunklen Anzug und Sonnenbrille lehnt an einem Cabriolet vor einem Stadtpanorama. Im Vordergrund leuchtet der Serientitel «Sugar» in roter Neonschrift.Sugar (Staffel 2)
Mysterykrimi, Apple TV
8️⃣Poster der Serie «A Spy Among Friends»: Zwei Männer in Anzügen vor rotem Hintergrund mit Londoner Skyline. Links ein Mann mit Brille, rechts ein weiterer im Profil. In der Mitte der Serientitel.A Spy Among Friends
Spionagethriller,
Sky Show
9️⃣Poster der Apple-TV+-Serie «Maximum Pleasure Guaranteed». Eine Frau mit aufgerissenem Mund und weit geöffneten Augen blickt erschrocken in die Kamera. Hintergrund in Pink.Maximum Pleasure
Guaranteed

Mysterykomödie,
Apple TV
🔟**Alt-Text:**Poster der Netflix-Serie «GIGN»: Eine maskierte Person in taktischer Ausrüstung mit Helm und Kommunikations-Headset vor dunklem, regennassem Hintergrund.GIGN/Elite Force
Action/Drama, Netflix

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**Alt-Text:**Drei Tablet-Bildschirme zeigen verschiedene Streaming-Genres: eine Frau bei Sonnenuntergang, eine Person in einer nächtlichen Neonstadt und ein einsames Haus im Wald. Popcorn und Play-Buttons umrahmen die Szene.

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